Algen als Klimahoffnung

Von: Nico Czimmernings

24.09.2020

Unterwasser Kelpwald

Die schleimigen Meeresalgen haben nicht den besten Ruf, aber in Ihnen verbirgt sich ein enormes Potential zur Kohlenstoffbindung. In unserer Reihe alternativer erneuerbarer Energien geht es diesmal um Seegraswiesen und Algenwälder.

Algen können die Erderwärmung bremsen

Meist sind sie grün oder braun und nicht besonders hübsch, stinken und fühlen sich glibbrig an. Meeresbiologen und Klimaforscher sind aber begeistert von den Unterwasser-Multitalenten. Sie bieten nicht nur vielen Meerestieren einen Lebensraum, sondern ziehen eine große Menge Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Im letzten Jahr veröffentlichte die dänische Biologin Marianne Holmer eine Studie mit der Aussage, dass ein Hektar Seegras so viel Kohlenstoff binden kann wie zehn Hektar Wald. Dabei wird der klimaschädliche Kohlenstoff luftdicht in abgeschlossenen Sedimenten für Jahre versiegelt.

Vergleichbar großes Potential haben Großalgen wie Kelp. Sie sind deutlich leichter anzupflanzen als das Seegras. Kelp und seine Artverwandten wachsen einfach an festen Strukturen, wie Felsen oder auf künstlichen Riffen und absichtlich versenkten U-Bahn-Waggons. Da es zudem rund 9000 Makroalgenarten gibt, findet sich quasi für jeden Standort und Zweck die passende Sorte. Und noch einen Vorteil hat Kelp: Im Vergleich zu Seegras wächst er extrem schnell und bildet Wälder von 60 Metern Höhe.

Was können Algen noch?

Algen haben einen extrem hohen Nährstoffgehalt und gelten mittlerweile nicht nur in Asien als Delikatesse.

Algen eignen sich hervorragend als Verpackungsmaterial und sind eine nachhaltige Alternative zu Plastik. Aus der gelantineartigen Algenstruktur können sowohl biegsame, als auch feste Materialien hergestellt werden.

Algen erzeugen bei der Photosynthese Produkte, die wir in Form von Biogas, Biodiesel, Biowasserstoff oder Bioethanol als Energiequelle verwenden können.

Noch sind viele der aufgezählten Ideen sehr kostspielig. Für die Seegraswiesen oder Kelpwälder fehlt es in Europa beispielsweise oft an Anbaumöglichkeiten, da sich hier Fischerei und Tourismus einen sehr kleinen Lebensraum teilen müssen. Und eins ist auch klar: Mit Algen alleine werden wir den Klimawandel nicht stoppen können.

Quellen: Quarks.de, enorm-magazin.de

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