Finanzratgeber für werdende Eltern  

Von: Emely Lea Stehr

15.05.2026

Zwei Streifen, ein Schwarz-Weiß-Foto und 40 Wochen voller Vorfreude. Ein Baby zu bekommen ist für werdende Eltern das größte Glück auf Erden. Mit dem zunehmenden Bauchumfang wächst bei vielen nicht nur die Aufregung, sondern auch die Ungewissheit. Denn bevor Eltern ihr kleines Wunder in den Armen halten, muss einiges organisiert werden. Mutterschaftsgeld beantragen, die Elternzeit und das Elterngeld planen, Versicherungen abschließen – das kann einem schnell über den Kopf wachsen. Kein Grund zur Panik. Wir haben für euch die wichtigsten Fristen, Must-haves und Fehlerquellen zusammengefasst.  

Finanzcheck

Zwischen Vorfreude, Alltag und Vorsorgeuntersuchungen rücken Finanzthemen schnell in den Hintergrund. Doch spätestens bei den ersten Baby-Einkäufen wird klar: mit eurem Familienglück ist auch ein finanzielles Umdenken erforderlich. Wer das schon früh berücksichtigt, kann seine Ausgaben planen und entspannt in die Babypause starten.  

Ein Finanzcheck kann dir dabei helfen, einen Überblick über deine aktuelle und deine zukünftige finanzielle Situation während deiner Elternzeit zu bekommen. Diese Fragen solltest du dir stellen:  

  • ➡️ Wie hoch ist dein aktuelles Nettoeinkommen?  
  • ➡️ Wie lange möchtest du in Elternzeit gehen und wie viel Elterngeld wirst du bekommen?  
  • ➡️ Welche Fixkosten hast du/habt ihr monatlich?  
  • ➡️ Welche gemeinsamen Ausgaben habt ihr?  
  • ➡️ Gibt es Einsparpotenzial?  

Vergleiche dein aktuelles Nettoeinkommen mit deinem voraussichtlichen Elterngeld. Das Elterngeld ist davon abhängig, ob du dich Vollzeit um dein Kind kümmern möchtest oder in Teilzeit arbeiten gehen willst. Wer eine Vollzeit-Babypause einlegen möchte, beantragt Basiselterngeld. Es beträgt je nach Einkommen zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich. Für diejenigen, die nach dem Mutterschutz in Teilzeit arbeiten möchten, eignet sich das ElterngeldPlus. Es beträgt zwischen 150 und 900 Euro im Monat. Eine grobe Orientierung geben dir Elterngeldrechner, bspw. der des Familienportals des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). 
 
Im Anschluss kannst du dein/ euer Einkommen nach der Geburt mit den aktuellen Fixkosten durch z.B. Miete, Kredite, Verträge, Abonnements usw. vergleichen. Dadurch hast du die Möglichkeit, finanzielle Lücken zu erkennen und ggf. Sparmaßnahmen zu ergreifen. Vielleicht ist auch ein Gemeinschaftskonto sinnvoll, von dem aus ihr gemeinsame Ausgaben steuern könnt.   

Wichtige Anträge und Fristen  

Werdende und frisch gebackene Eltern sollen die erste Zeit mit ihrem Baby genießen dürfen – ohne Angst um finanzielle Nachteile. Dafür gibt es verschiedene Leistungen, die dich während deiner Elternzeit finanziell unterstützen. Wir haben dir die wichtigsten Anträge und ihre Fristen zusammengefasst.  

  • Mutterschaftsgeld: Das Mutterschaftsgeld wird während des Mutterschutzes gezahlt und soll frisch gebackene Mütter finanziell unterstützen. Es wird von der Krankenkasse der werdenden Mutter gezahlt und beträgt maximal 13 Euro pro Tag (BMBFSFJ, 2025). Damit sich kein finanzieller Nachteil während des Mutterschutzes ergibt, zahlt der Arbeitgeber die Differenz zwischen den 13 Euro und dem durchschnittlichen Nettolohn.  
     
    Frist: Das Mutterschaftsgeld muss bei der zuständigen Krankenkasse beantragt werden, bestenfalls sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und spätestens mit Beginn des Mutterschutzes.  
     
    Auch wer nicht gesetzlich versichert ist, erhält Mutterschaftsgeld. Privat- oder familienversicherte Frauen können bei der Muttergeldstelle des Bundesamts für Soziale Sicherung (BAS) Mutterschaftsgeld beantragen. Es beläuft sich auf maximal 210 Euro. Je nach Beschäftigungsstatus erhalten sie ebenfalls den Arbeitgeberzuschuss.  
     
    Frist: Auch in diesem Fall sollte der Antrag möglichst zu Beginn des Mutterschutzes eingereicht werden. 
     
  • Elterngeld: Wollen du und/oder dein Partner bzw. deine Partnerin beruflich pausieren, um euren Nachwuchs zu betreuen, sichert euch das Elterngeld finanziell ab. Wie viel Elterngeld ihr bekommt, hängt zum einen von eurem Einkommen ab. Des weiteren von der Dauer der geplanten Elternzeit, ggf. deren Aufteilung auf beide Elternteile und ob du zeitweise gar nicht oder nur teilweise arbeiten gehen möchtest.  
     
    Frist: Das Elterngeld kann ab der Geburt bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt werden – spätestens aber bis zum 4. Lebensmonat. Damit der Antrag schnell erledigt ist, kannst du die benötigten Dokumente bereits im Vorfeld sammeln. Dazu gehören u.a. der ausgefüllte Antrag selbst, die Geburtsurkunde deines Kindes, Gehaltsabrechnungen sowie die Bescheinigungen der Krankenkasse und des Arbeitgebers über das Mutterschaftsgeld. Deine zuständige Elterngeldstelle findest du hier
     
  • Kindergeld: Ab 2026 beträgt das Kindergeld 259 Euro im Monat. Es soll die grundlegende Versorgung deines Kindes sichern.  
     
    Frist: Das Kindergeld kann erst nach der Geburt des Kindes beantragt werden, sobald die Geburtsurkunde und Steuer-ID des Kindes vorliegen. Der Antrag sollte spätestens sechs Monate nach der Geburt eingereicht werden – rückwirkende Zahlungen über diesen Zeitraum hinaus sind nicht möglich. Kindergeld kannst du einfach online bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Ab 2027 soll das Kindergeld sogar ohne Antrag gezahlt werden.  
     
  • Krankenversicherung: Wie auch bei dir ist für dein Kind eine Krankenversicherung essenziell. Sie ist in Deutschland verpflichtend und garantiert deinem Baby einen sofortigen Schutz ab dem ersten Lebenstag, z.B. für Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte. 
     
    Frist: Der Antrag bei deiner Krankenkasse muss innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt eingereicht werden. Keine Sorge – dein Nachwuchs ist rückwirkend versichert. Informiere dich bei deiner Krankenkasse, wie du deinen Antrag einreichen kannst. Sind beide Elternteile gesetzlich krankenversichert, lohnt sich ein Blick in die Vertragsdetails. 

Basiselterngeld vs. ElterngeldPlus

Elterngeld soll Mütter und Väter unterstützen, die nach der Geburt ihres Kindes vollständig zu Hause bleiben oder im Beruf kürzertreten wollen, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Eltern können zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus entscheiden.  

Basiselterngeld: Das Basiselterngeld ist für Eltern gedacht, die sich nach der Geburt Vollzeit um ihr Kind kümmern möchten und eine vollständige berufliche Auszeit nehmen. Je nach Einkommen beträgt das Basiselterngeld zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich. Durchschnittlich beträgt die Höhe des Elterngelds 65 Prozent des Netto-Einkommens vor der Geburt. Bei Mehrlingsgeburten oder weiteren im Haushalt lebenden Kindern erhöht sich das Elterngeld. Insgesamt stehen beiden Elternteilen 14 Monate Basiselterngeld zur Verfügung.  
 
Jedes Elternteil muss mindestens zwei Monate Elterngeld beantragen. Das ist nur innerhalb der ersten 14 Lebensmonate des Kindes möglich. Ein gleichzeitiger Bezug von Basiselterngeld ist sogar nur für einen Monat innerhalb der ersten 12 Lebensmonate des Nachwuchses möglich (BMBFSFJ). 
 
ElterngeldPlus: ElterngeldPlus eignet sich für Eltern, die nach der Geburt in Teilzeit (maximal 32 Stunden) arbeiten gehen möchten. Das ElterngeldPlus ist halb so hoch wie das Basiselterngeld und beträgt zwischen 150 und maximal 900 Euro im Monat. Dafür wird es für einen längeren Zeitraum ausgezahlt. Jeder Monat Basiselterngeld entspricht zwei Monaten ElterngeldPlus. Das heißt: ElterngeldPlus könnt ihr doppelt so lange bekommen.  
 
Basiselterngeld und ElterngeldPlus können ab dem ersten Lebensmonat eures Kindes kombiniert werden. Entscheiden sich beide Elternteile für Elterngeld Plus, können sie es bei dieser Variante länger als einen Monat gleichzeitig beziehen.  
 
Partnerschaftsbonus: Entscheiden sich beide Elternteile dazu, zwischen 24 und maximal 32 Stunden Teilzeit zu arbeiten, können sie den sogenannten Partnerschaftsbonus beantragen. Durch den Partnerschaftsbonus könnt ihr bis zu vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus bekommen.  
Elterngeldanspruch: Nicht jeder hat Anspruch auf die Zahlung von Elterngeld. Seit 2025 fällt für Paare und Alleinerziehende mit einem Jahreseinkommen über 175.000 Euro der Anspruch auf Elterngeld weg. 

Gut versichert – Deine Must-haves 

Damit du und dein Kind gut versichert sind, lohnt sich ein Blick auf deine bestehenden Verträge. Neben deiner Krankenversicherung sind folgende Versicherungen für dich und deinen Nachwuchs sinnvoll:  

  • Unfallversicherung: Eine Kinderunfallversicherung ergänzt die gesetzliche Unfallversicherung (GUV). Die GUV greift nur bei Unfällen im Kindergarten, in der Schule oder auf dem Weg dorthin ab. Die meisten Unfälle passieren allerdings zu Hause oder in der Freizeit. Diese werden von der Kinderunfallversicherung abgedeckt.  
     
  • Haftpflichtversicherung: Eine Haftpflichtversicherung schützt vor den Folgen von kleinen oder großen Missgeschicken im Alltag. Diese können schon den Kleinsten von uns passieren. Verursachen du oder dein Kind einen Schaden, muss Ersatz geleistet werden. Ohne Versicherung kann das sehr teuer werden. Bei vielen Haftpflichtversicherungen entscheidest du, wer neben dir mitversichert ist. Die sogenannten Familienhaftpflichtversicherungen bieten in der Regel dir, deinem Ehepartner und deinem Kind ebenfalls Versicherungsschutz. Wichtig ist, dass du die mitversicherten Personen bei deiner Versicherung angibst.  

Frühe Vorsorge – Dein Nice-to-haves  

Wer gerade ein Baby bekommen hat, denkt in den seltensten Fällen an die Rente. Doch was wäre, wenn du es tun würdest? Eine frühe Vorsorge für das spätere Leben deines Nachwuchses ist nicht essenziell, aber ein Nice-to-have.  

Tagesgeldkonto
Das Tagesgeldkonto ist eher eine kurzfristige Anlageoption. Es eignet sich optimal für Sparziele, die du in den nächsten fünf Jahren erreichen möchtest. Aber auch darüber hinaus kannst du dein Geld bei uns nachhaltig wachsen lassen.  
Beispiel: Du möchtest monatlich 50 Euro für deinen Nachwuchs zurücklegen: 

Laufzeit 5 Jahre 10 Jahre 15 Jahre 
Ertrag 
(Stand: April 2026) 
77,46 € 312,50 € 713,17 € 
Endguthaben 3.077,46 € 6.312,50 €  9.713,17 € 

 
Der Vorteil: Du hast die maximale Freiheit. Du entscheidest, wann und wie viel du einzahlen möchtest. Eine Mindestanlage gibt es nicht. Lass dein Geld nachhaltig wachsen – mit unserem kostenlosen Zinskonto.  

Festgeldkonto
Auch Festgeldkonten sind eine eher kurzfristige Form der Geldanlage. Sie bieten feste Zinsen und gute Planbarkeit, sind allerdings weniger flexibel. Bei dem kostenlosen Festgeldkonto der EthikBank legst du mindestens 5.000 Euro für mindestens ein Jahr, maximal aber fünf Jahre an.  
 

Fonds- oder ETF-Sparplan
Eine Möglichkeit des langfristigen Vermögensaufbaus für deinen Nachwuchs bieten Fonds oder Aktien-ETFs. Die Renditen von globalen Aktien-Depots liegen zwischen 5-8 Prozent im Jahr, sodass sich dein angelegtes Geld über die Jahre vermehrt. Das zeigt sich in unserem Beispiel des UniGlobal der UnionInvestment:  

  • ➡️ Sparrate: 50€ monatlich  
  • ➡️ Rendite: rund 5 Prozent jährlich  
Laufzeit 18 Jahre 41 Jahre 
Einzahlung gesamt 10.800 € 24.600 € 
Depotwert 17.000 € 95.000 € 
Gewinn 6.200 €  

 
Informiere dich jetzt auf unserer Website, welches Depot oder welcher Fond zu dir passt. Bei der Suche nach der zu dir passenden Geldanlage hilft dir unser digitaler Anlage-Assistent MeinInvest

Frühstartrente
Die Bundesregierung plant die sogenannte Frühstart-Rente, die bei einem frühen Vermögensaufbau unterstützen soll. Geplant ist, dass pro schulpflichtigem Kind 10 Euro in ein individuelles Depot eingezahlt werden. Noch mehr Informationen zur Frühstartrente sowie unseren Newsletter zum aktuellen Stand der Frühstartrente findest du auf unserer Website
 

Bausparvertrag
Was langweilig klingt, ist noch immer eine bewährte Methode zur Geldanlage. Ob für die erste eigene Wohnung oder das Eigenheim: Mit einem Bausparvertrag kannst du in die Zukunft deines Kindes investieren. Ein Bausparvertrag eignet sich aufgrund der geringeren Flexibilität jedoch eher als Zusatz- statt Hauptanlage. Fordere jetzt dein persönliches Angebot an, ganz easy auf unserer Website

Planung ist wichtig, aber nicht alles

Hand aufs Herz – gute Planung ist wichtig. Aber: Zwischen all der Planung und Organisation solltet ihr nicht vergessen, euer Familienglück zu genießen. Es gibt keinen Grund für Panik während der Schwangerschaft, denn du hast genügend Zeit, dich um alles zu kümmern. Notiere dir die wichtigsten Fristen im Kalender, damit nichts verloren geht.
  
Auch für finanzielle Sorgen nach der Schwangerschaft gibt es selten einen Grund. Staatliche Leistungen wie Mutterschaftsgeld, Elterngeld und Kindergeld sichern dich während einer beruflichen Auszeit ab. Und vergiss nicht: Du bist nicht alleine. Egal ob dein Partner oder deine Partnerin, deine Familie oder Freunde – sie alle begleiten dich und dein Baby auf eurem Weg und stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Und bei Fragen rund um deine Finanzen helfen dir unsere Berater und unser Service-Team weiter.  

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