Ausbildungsbeginn in der EthikBank

Sarah Holz

Von: Sarah Holz

27.09.2018

Die Ausbildung in der EthikBank beginnt auf dem Bauernhof.

Landluft statt Bankkluft

Der Start in die Berufsausbildung hier in der EthikBank ist nicht so, wie man es sich vielleicht bei einer Bank vorstellt. Unsere neuen Azubis Carmen Kresse und Niclas Geißler lassen wir so schnell nicht an den Schreibtisch. Nein, wer EthikBanker werden möchte, beginnt erst einmal mit einem vierwöchiges Praktikum bei der Agrargenossenschaft Buchheim-Crossen. Statt Bankanzug und Bluse heißt es Gummistiefel und Latzhose.

Warum der Aufwand?  Ganz einfach: Die jungen Leute sollen wertschätzen, wie hart unsere Kunden für ihr Geld arbeiten, damit sie auch künftig verantwortungsvoll damit umgehen. Weiterhin lernen sie sich bei der schweren Arbeit unter ganz anderen Umständen kennen. Sie erledigen Aufgaben gemeinsam als Team, anders als in der Bank. Hier ist jeder Azubi in einer anderen Abteilung. Man sieht sich nur in den Pausen, bei Gruppenprojekten oder in der Berufsschule.

Während der Zeit auf dem Bauernhof, durften sich unsere Nachwuchsbanker über strahlend schönes Wetter freuen. Bei 30 °C im Schatten gehörte Unkraut zupfen natürlich zu der “beliebtesten” Arbeit. Für Carmen und Niclas vorerst kein Zuckerschlecken. Die körperlich anstrengende Arbeit sind sie von der Schulbank nicht gewöhnt. Man kommt nach Hause, fällt auf die Couch und spürt Muskelkater an Stellen, bei denen man nie gedacht hätte, dass dort überhaupt Muskeln existieren.

Wie sieht so ein Tag für unsere Azubis auf dem Etzdorfer Hof aus? Pünktlich 7.00 Uhr geht es los. Die Pferde werden auf die Weide gebracht, die Boxen anschließend gereinigt und wieder mit frischem Heu und Stroh eingestreut. Dann bewaffnen sich die zwei mit einem Besen und befreien die Boxengänge wieder vom ganzen Dreck. Und wenn alles soweit erledigt wurde, ist der Tag noch nicht vorbei.  EthikBank Azubis auf dem BauernhofAm Nachmittag geht es mit den Aufgaben außerhalb der Pferdeställe weiter: Reithalle bewässern, Wassertröge auf den Weiden auffüllen, Schotterwege von Stroh und Heu befreien usw. Es gibt immer was zu tun und wird nicht langweilig.

Ich selber habe auch bei der EthikBank gelernt und kam um’s Praktikum nicht herum. Ich erinnere mich gut daran, wie mir schon nach dem ersten Tag alles weh tat. Ich hatte keine Lust mehr auch nur eine einzige Mistgabel mit Stroh anzuheben. Mit der Zeit hat sich dann aber alles gelegt. Ställe ausmisten konnten wir praktisch im Schlaf. Natürlich gab es auch schöne Momente. Nach der zweiten Woche auf dem Hof, entdeckten wir Äpfelbäume auf der Weide. Von da an saßen wir öfter mal im Gras, bei den Pferden und gönnten uns eine kleine Pause. Das sind dann die Augenblicke, an die meine Kollegin und ich uns heute noch gerne zurück erinnern.

Unsere Neuen haben es inzwischen ja auch geschafft, seit September sitzen sie nun in ihren neuen Abteilungen in der Bank. Ihr Fazit: 4 wirklich anstrengende Wochen, niemand möchte mit den Mitarbeitern der Agrargenossenschaft den Job tauschen. Beide haben großem Respekt vor der Arbeit, die die Landwirte Tag für Tag leisten,  sind jetzt aber sehr froh, dass sie nun hauptsächlich ihren Kopf anstrengen müssen. Zumindest bis zum 3. Lehrjahr… Dann werden beide ein zweites Praktikum im Altenheim absolvieren. Auch das gehört bei uns dazu.

Wer Interesse an einer Ausbildung hat, kann jederzeit im Rahmen eines Praktikums in den Beruf der Bankkauffrau bzw. des Bankkaufmanns hineinschnuppern. Außerdem läuft bis 31. November noch die Bewerbungsfrist für den Ausbildungsbeginn im Sommer 2019.

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